Veröffentlicht und zitierfähig; nicht automatisch empirisch validiert.
Evidence before claim · Stand 22. September 2026
Evidenz und Reifegrad
Diese Seite trennt wissenschaftliche Evidenz, Softwareimplementierung, Prüfung, Veröffentlichung und externe Begutachtung. Ein Status auf einer Ebene überträgt sich niemals automatisch auf eine andere.
Peer-reviewtes Spectral-Compression-Resultat: AIP Advances 16, 095208 (2026) · DOI 10.1063/5.0337045 ↗
01 / Kanonische Evidenzebenen
Sieben Kategorien mit jeweils eigener Aussage.
Folgt innerhalb ausdrücklich benannter Modellannahmen.
In Simulationen oder methodischen Referenzfällen geprüft.
An realen Daten geprüft; Gültigkeitsbereich bleibt benannt.
Falsifizierbare Aussage, deren Bestätigung noch offen ist.
Geplante Forschung oder Software; noch nicht implementiert.
Weiterführende Theorie; keine zusätzliche empirische Evidenz.
Trennungsregel: Softwarestatus wie IMPLEMENTIERT, VERFÜGBAR, IN ENTWICKLUNG oder GEPLANT beschreibt technische Verfügbarkeit – nicht wissenschaftliche Gültigkeit.
02 / Evidenzmatrix
Was ist definiert, umgesetzt und tatsächlich geprüft?
| Element | Wissenschaftlicher Status | Softwarestatus | Prüfung | Externe Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Frozen Legacy Kernel | Mathematisch definiert | In Studio 1.4.0 implementiert | Referenzbenchmark auf Apple Silicon reproduziert; eine selbstberichtete Runde | Keine unabhängige Replikation |
| Spektrale Kompression / Φ(Σ) | Peer-reviewte modellabhängige Herleitung in AIP Advances | Kein eigenständiges Studio-1.4.0-Modul; nicht mit dem breiteren CRTI-Softwareindikator gleichzusetzen | Mathematische Prüfung im AIP-Artikel dokumentiert; domänenübergreifende empirische Validierung bleibt offen | Peer-reviewed: AIP Advances 16, 095208 (2026), DOI 10.1063/5.0337045 |
| FCQ | Versioniert beschrieben | Forschungs- und Architekturbaustein | Domänenspezifische Validierung offen | Preprint / Open-Science-Beitrag |
| Studio 1.4.0 | Veröffentlichte Baseline | macOS-Paket gebaut, installiert und gestartet | Referenzwerte in einem realen Hardwarelauf bestätigt | Noch keine unabhängige Replikation |
| Studio 2.0 | RC2 · aktuelle Release-Vorbereitung | Vier EWS als Experimental registriert: Varianz, Lag-1-Autokorrelation, Schiefe und CRTI; CRTI mit Runnability-Check und expliziter Erklärung | RC2-Tests 18/18 + 15/15 PASS; From-Zero Reinstall/Launch PASS; vollständige öffentliche Release- und plattformübergreifende Hardwarevalidierung bleiben getrennte Gates | Noch nicht als Stable 2.0 veröffentlicht |
| Studio 3.0 / ECHO | Geplante Forschungsarchitektur | Nicht implementiert | Keine architekturweite empirische Validierung | Geplant für Mitte 2027; keine Verfügbarkeitsgarantie |
| Domänenübertragung | Prüfbare Hypothese | Je Domäne gesondert zu operationalisieren | Nur durch benannte Validierungsfälle zulässig | Kein universeller Wirksamkeitsnachweis |
| Ontologie der Schwingung | Theoretischer Horizont | Nicht Bestandteil des mathematischen Kerns | Keine empirische Behauptung des Verfahrens | Keine Grundlage für Validierungsstatus |
Leseregel: Die peer-reviewte Veröffentlichung belegt den begutachteten Publikationsstatus der mathematischen Arbeit; sie belegt für sich allein weder universelle Gültigkeit noch unabhängige Replikation oder Softwarevalidierung.
02A / AIP-Grenze und Falsifizierbarkeit
Was das peer-reviewte Ergebnis zeigt – und was offen bleibt
Das AIP-Advances-Ergebnis betrifft die spektrale Kompression der stationären Kovarianzmatrix in einer definierten Klasse linearer stochastischer Systeme. Unter den Annahmen A1–A4 divergiert der dominante Kovarianzeigenwert, während die übrigen Eigenwerte beschränkt bleiben; daraus folgt Φ(Σ) → 1. Dieses Ergebnis ist mechanismusspezifisch; es ist kein universeller Nachweis von CRTI als Frühwarn-Detektor für komplexe adaptive Systeme.
Offene empirische Frage: Ob Φ oder daraus abgeleitete BenchEWS-Indikatoren gegenüber etablierten Frühwarnsignalen robuste Vorlaufzeit, Kalibrierung, Diskrimination oder zusätzliche Information liefern, muss für jede Systemklasse separat geprüft werden. Defekte Eigenwerte, unzureichende Anregung des kritischen Modus, hochdimensionale Bulk-Effekte, externe Schocks und starke Nichtnormalität sind explizite Grenzen oder mögliche Fehlermodi.
Aus dem mathematischen Resultat allein folgen keine validierte Detektionsschwelle, Fehlalarmrate oder Vorlaufzeitverteilung.
03 / Behauptungsprotokoll
Jede belastbare Aussage braucht eine Grenze.
Was wird genau untersucht?
Welche Daten, Modelle, Codes oder Quellen tragen sie?
Wo endet die Aussage?
Welcher Befund spräche dagegen?
Wie weit ist die Prüfung?
Welche Fassung ist maßgeblich?
04 / Nicht-Behauptungen
Was BenchEWS ausdrücklich nicht behauptet
- Keine GewissheitEin Frühwarnsignal ist keine deterministische Kipppunktvorhersage.
- Keine UniversalzahlBenchEWS liefert keinen universellen Belastungswert für beliebige Systeme.
- Keine automatische ÜbertragungJede Domäne benötigt eigene Daten, Messmodelle, Kriterien und Validierungsfälle.
- Keine diagnostische VerkürzungHomo sapiens ist ein Forschungsbereich, kein medizinisches oder psychologisches Diagnoseinstrument.