BenchEWS Studio 2.0 ECHO by MalliSoftware

Research software · Open science

BenchEWS Studio

Vom reproduzierbaren Analysewerkzeug zur integrierten ECHO-Forschungsumgebung für die Frage, wann komplexe Systeme ihre Fähigkeit zur Selbstkorrektur verlieren.

VERÖFFENTLICHT · VERSION 1.4.0

01 / Jetzt verfügbar

Ein zugänglicher Einstieg in vergleichende Frühwarnanalysen

BenchEWS Studio 1.4.0 bündelt Analyse, Parametrisierung und Ergebnisdarstellung in einer grafischen Forschungsumgebung. Die veröffentlichte Zenodo-Fassung enthält Software und Dokumentation; für macOS ist ein installierbares DMG-Paket abrufbar.

Ziel

Frühwarnindikatoren und Systemreaktionen nachvollziehbar untersuchen, ohne jede Analysepipeline von Grund auf neu programmieren zu müssen.

Nutzen

Ein strukturierter Einstieg in reproduzierbare Experimente, vergleichbare Auswertungen und dokumentierte Forschungsabläufe.

Oberfläche

Zwölf funktionale Panels führen von System- und Datenwahl über Analyseparameter bis zu Diagnostik, Visualisierung und Export.

Wissenschaftlicher Status

Die Software unterstützt Forschung und Exploration. Ihre Ergebnisse sind indikativ und ersetzen weder domänenspezifische Validierung noch eine sichere Vorhersage von Kipppunkten.

02 / Plattform- und Versionsstatus

Was heute nutzbar ist – und was noch nicht.

Die Bezeichnungen BenchEWS, ECHO und Studio stehen für unterschiedliche Ebenen: Forschungsprogramm, mathematische Architektur und konkrete Software-Implementierung.

EbenePlattform / StandStatusGeltungsgrenze
BenchEWS Studio 1.4.0macOS auf Apple Silicon (arm64)VERÖFFENTLICHTVom Projektinhaber auf realer Hardware geprüft; keine unabhängige Reproduktion behauptet.
Studio 1.4.0Windows / LinuxNICHT FREIGEGEBENKein offizielles Paket und kein hardwarevalidierter Plattformstand dieser Version.
ECHO Architecture 2.0Spezifikation / EntwicklungIN ENTWICKLUNGArchitekturziel, kein bereits universell validiertes Messinstrument.
Studio 3.0ForschungsausblickVORGESCHLAGENKeine implementierte oder terminierte Produktversion.

Echte Ansichten der laufenden Version 1.4.0, entnommen aus dem BenchEWS Studio User Manual Rev. 3. Die Screenshots dokumentieren die Oberfläche; sie sind keine Simulation und kein Design-Mock-up.

03 / Leistungsumfang

Vom wissenschaftlichen Einfall zum zitierfähigen Forschungsartefakt

BenchEWS Studio verhält sich wie ein wissenschaftliches Instrument: Es verbindet Konfiguration, Ausführung, Ergebnis und Provenienz, statt diese über Skripte, Tabellen und Notebooks zu verstreuen.

  1. 01Idee & Projekt

    Eine Forschungsfrage wird als Objekt angelegt und mit Konfigurationen und Läufen verbunden.

  2. 02Konfiguration

    Beobachtungsdaten und Indikatoren werden explizit festgelegt.

  3. 03Validierung

    Interne Regeln prüfen, ob eine Konfiguration ausgeführt werden darf.

  4. 04Ausführung

    Der Lauf berechnet populationsbezogene Varianz und Lag-1-Autokorrelation.

  5. 05Verifikation

    Ergebnisse, Parameter und Zustandsfolge bleiben nachvollziehbar.

  6. 06Interpretation

    Die wissenschaftliche Deutung bleibt bewusst beim Forschenden.

  7. 07Publikation

    Ein prüfbares Knowledge Package kann erzeugt und für Zenodo vorbereitet werden.

WISSENSCHAFTLICHER KERN · VERSION 1.4.0

Zwei ausführbare Referenzindikatoren

Die veröffentlichte Fassung berechnet populationsbezogene Varianz und Lag-1-Autokorrelation für univariate Beobachtungszeitreihen. Beide Module tragen den transparenten Status Experimental, weil Messunsicherheit und Kalibrierung noch nicht implementiert sind.

Abgrenzung zu CRTI: CRTI gehört zum wissenschaftlichen BenchEWS-Forschungsprogramm und ist Gegenstand eines revidierten, derzeit bei AIP Advances geprüften Manuskripts. Im veröffentlichten Frozen Kernel von Studio 1.4.0 ist CRTI noch nicht als ausführbares Indikatormodul integriert. Die spätere Softwareintegration wird getrennt als Implementierung, Rechenverifikation und empirische Validierung ausgewiesen.

REFERENZBENCHMARK

Installation mit Sollwerten prüfen

Eine fest eingebaute synthetische 20-Punkte-Reihe muss 0,8310 für die Varianz und 0,7753 für die Lag-1-Autokorrelation reproduzieren. Damit wird der Kernlauf zu einem konkreten, falsifizierbaren Funktionstest.

WORKFLOW & AUDIT

Keine stillen Zustandswechsel

Ein deterministischer Zehn-Zustände-Workflow mit Guard-Bedingungen verhindert etwa Ausführung vor Validierung oder Publikation vor Abschluss. Jeder Übergang wird mit Zeit und auslösender Aktion in einem append-only Audit Trail festgehalten.

REGISTRY & INTEGRITÄT

Nachvollziehbar statt „irgendwo gespeichert“

Eine SQLite-Registry und ein inhaltsadressierter, SHA-256-geprüfter Dateispeicher halten Objekte, Läufe und Artefakte zusammen. Änderungen an gespeicherten Artefakten werden dadurch technisch erkennbar.

04 / Reproduzierbarer Export

Das Ergebnis ist mehr als eine Zahl

Das zentrale Exportobjekt ist ein Knowledge Package im interoperablen RO-Crate-Format. Es bündelt Lauf, Konfiguration, Ergebnisse und maschinenlesbare Provenienz in einem selbstständigen, SHA-256-geprüften Forschungsartefakt.

05 / Oberfläche

Zwölf aufgabenorientierte Arbeitsbereiche

Die Oberfläche folgt dem Forschungsprozess und öffnet niemals als leerer Arbeitsraum.

Messen

Reference Benchmark

Gemeinsame Sollwerte ausführen und Installation prüfen

Planen

Idea · Project · Configuration

Frage, Projektzusammenhang, Daten und Indikatoren festlegen

Prüfen

Validation · Execution · Verification

Zulässigkeit prüfen, Lauf ausführen und Ergebnis kontrollieren

Deuten

Interpretation

Ergebnisse dokumentieren, ohne automatisches wissenschaftliches Urteil

Teilen

Publication · Reuse

Knowledge Packages publizieren und Vorarbeiten wiederverwenden

Überblick

Object Browser · Scientific Modules

Gespeicherte Objekte und registrierte Module mit Status einsehen

Implementierungsgrenze: Die Version 1.4.0 erzeugt keine Schätzung der Self-Correction Capacity, keine Messunsicherheit und keine automatische wissenschaftliche Interpretation. Diese klare Begrenzung ist Teil des Instrumentenkonzepts.

SPEZIFIZIERT · IN ENTWICKLUNG

06 / Geprüfter Entwicklungsstand · Recovery-Baseline 19. August 2026

BenchEWS Studio 2.0 ECHO

Version 2.0 entwickelt Studio von einer Analyseoberfläche zu einer nachvollziehbaren Forschungsarchitektur weiter. Die folgende Bestandsaufnahme beruht auf der geprüften Post-WP13-/WP14-Recovery-Baseline. Sie beschreibt einen Entwicklungsstand, keine freigegebene Veröffentlichung und keine architekturweite wissenschaftliche Validierung.

Prozess-Engine · implementiert

Ein deterministischer, sequenzieller und zyklenfreier DAG-Prozesskern orchestriert abhängige Arbeitsschritte. Ausführung und Objektlebenszyklus bleiben getrennte Zustandsräume.

Provenienz & Identität · implementiert

Append-only Ereignisprotokoll, kanonische Inhaltsidentität und getrennte Ausführungsidentität machen sichtbar, welche Fassung, Eingabe und Prozessausführung ein Ergebnis erzeugt haben.

Projektarchiv & Migration · Kern implementiert

Deterministische Projektarchive, sichere Round-Trips und die Rekonstruktion von Referenzen aus 1.4.0 sind im unabhängigen Kern geprüft; abhängige Vollintegrationen sind teilweise noch nicht laufzeitgeprüft.

Semantische Evidenz · Kern implementiert

Hypothesen, Evidenz, Anhänge, Gegenbelege, Evaluation und Missingness besitzen getrennte Objekte. Widersprüchliche Evidenz muss sichtbar bleiben; automatische wissenschaftliche Bewertung wird nicht behauptet.

Die geprüfte Registry enthält derzeit drei ausführbare wissenschaftliche Module. „Experimental“ bezeichnet ihren Reifegrad, nicht ihre mathematische Existenz oder Softwareausführbarkeit.

ModulSoftwarestatusWissenschaftlicher StatusBelegte Grenze
VarianzAUSFÜHRBARExperimentalFrozen Legacy Kernel; keine quantifizierte Messunsicherheit oder universelle EWS-Validität.
Lag-1-AutokorrelationAUSFÜHRBARExperimentalFrozen Legacy Kernel; keine quantifizierte Messunsicherheit oder universelle EWS-Validität.
SkewnessAUSFÜHRBARExperimentalAdjustierter Fisher-Pearson-Koeffizient; unabhängig handgerechneter Referenzfall, aber keine universelle Richtungsdeutung.
CRTINICHT INTEGRIERTMathematisch beschrieben / Manuskript unter PrüfungNoch kein ausführbares 2.0-Modul in der geprüften Baseline; Implementierung und Validierung bleiben getrennte nächste Schritte.
Weitere 19 EWS-KandidatenNICHT BELEGTErst nach Registry- und Quellprüfung auszuweisenKeine öffentliche Integrationsbehauptung, bevor Namen, Formeln, Bindings, Tests und Status im Quellstand nachgewiesen sind.
IMPLEMENTIERT

Erweiterungsvertrag

Neue Module registrieren Berechnung, Metadaten und Visualisierung über einen generischen Binding-Vertrag, ohne die gemeinsame Dispatch-Tabelle oder den Frozen Kernel zu verändern.

IMPLEMENTIERT / TEILWEISE LAUFZEITGEPRÜFT

Scientific Module Registry

Version, mathematische Definition, Messgröße, Eingaben, Ausgaben, Provenienz, Unsicherheit und Validierungsnachweis werden pro Modul als strukturierte Metadaten geführt.

IMPLEMENTIERT

Regression Harness

Drei Vergleichsfälle prüfen Wrapper-Fidelität, Archiv-Round-Trip und reale Process-Engine-zu-KernelService-Anbindung; ein Live-Vergleich mit dem abhängigen Legacy-Engine-Pfad bleibt offen.

IMPLEMENTIERT / GUI STRUKTURELL GEPRÜFT

Zwölf-Panel-Kontinuität

Die 1.4.0-Oberflächenstruktur bleibt erhalten. Neue Informationsdialoge und eine additive Verifikationsaktion erweitern sie, ohne einen dreizehnten Workflow-Bereich einzuführen.

ARCHITEKTUR ONLY

Sieben Domänenbeschreibungen

Technik, Ökologie/Klima, Ökonomie, Finanzmärkte, Gesellschaft, Wissenschaft/Forschung und Individuum sind beschrieben. Sechs besitzen noch keine domänenspezifischen Adapter oder Schwellen; „Individuum“ bleibt ausdrücklich eingeschränkt.

SPEZIFIZIERT · NICHT IMPLEMENTIERT

ECHO-Diagnostik

D → FCQ → RF(T) → TR → V ↺, Observer-/Goodhart-Kontext, aktive Messung, Viabilität und Epistemic Silence sind wissenschaftliche Architekturbausteine, noch keine ausführbaren Diagnosealgorithmen.

Release-Gate: Erst ein neuer, eindeutig versionierter Quellstand darf diese Liste erweitern. Für jeden weiteren Indikator werden Name, Formel, Inputs, Output, Binding, Rechenverifikation, Unsicherheit, Gültigkeitsbereich und Evidenzquelle einzeln nachgewiesen. Die Zahl der Module ist kein Qualitätsmaß; entscheidend sind Statusklarheit und Falsifizierbarkeit.

VORGESCHLAGEN · FORSCHUNGSAUSBLICK

07 / Forschungsausblick

Ausblick auf Version 3.0

3.0
Vision

Von projektbezogener Analyse zu adaptiver Beobachtung

Als längerfristige Entwicklungsrichtung soll Version 3.0 die Architektur für kontinuierlichere Datenströme, erweiterbare Mehrdomänenmodelle und vergleichende Szenarien öffnen.

  • Realtime- und Streaming-Adapter für fortlaufende Beobachtung
  • Mehrere gekoppelte Domain-Packs innerhalb eines Projekts
  • Vergleich von Interventionen, Szenarien und Systemgrenzen
  • Erweiterte Provenienz, Reproduzierbarkeit und maschinenlesbare Publikation

Transparenter Status: Version 3.0 ist ein Forschungs- und Entwicklungsziel, kein bereits implementiertes Produkt und noch kein verbindlich terminiertes Release.

08 / Identität

Autor und Softwareidentität

Dipl.-Ing. Bernd von Mallinckrodt · unabhängiges Forschungsprogramm

Primärquellen / Further reading

Software, Architektur und Referenzimplementierung

Versionierte Primärquellen aus dem BenchEWS-Forschungsprogramm – ausgewählt für den Gegenstand dieses Kapitels.